Talent Management – Care for Talents

Talent Management – das Gewinnen, Identifizieren, Entwickeln, Einsetzen, Binden und Motivieren von hochqualifizierten MitarbeiterInnen – gehört zu den wichtigsten HR-Themen.

Fünf Richtige – Erfolgreiches Talent Management

Für Unternehmen ist es entscheidend, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu finden und Positionen optimal zu besetzen, um ihre Wettbewerbsposition zu stärken.

Erfolgreiches Talent Management wird über fünf Faktoren definiert: "Die richtigen Mitarbeiter mit den richtigen Fähigkeiten am richtigen Ort und zur richtigen Zeit liefern die richtigen Ergebnisse".
Talent Management © iStockphotoGrößer
Strategische Fragen, die das Human Ressource Management im Rahmen seines Talent Managements beantworten muss, tangieren das Entwicklungsziel eines Unternehmens, inklusive der für das Erreichen dieser Ziele notwendigen Qualifikationen und Kompetenzen sowie die Einschätzung der MitarbeiterInnenpotenziale innerhalb des Unternehmens und des extern benötigten Know-hows.
Konventionelles Talent Management fokussiert auf die besten MitarbeiterInnen, auf jene, die gefragt und schwer zu finden sind: High Potentials, die versprechen, zu High Performern zu werden. Talent Management, das auf die Rekrutierung und Förderung von High Potentials abzielt, greift vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der zunehmenden Dynamik und Veränderungsgeschwindigkeit des Arbeitsmarktes, der steigenden Anforderungen und Nachfrage nach qualifizierten MitarbeiterInnen zu kurz. Ein breiterer, integrierter Talent-Management-Ansatz versucht, die MitarbeiterInnenpotenziale auf allen Ebenen des Unternehmens zu erkennen und zu fördern.
Ende der 1990er hat die Unternehmensberatung McKinsey den Begriff "War for Talents" geprägt, um die Konkurrenzsituation der Unternehmen auf den Recruiting- Märkten zu benennen. Die martialische Rhetorik, die sich im deutschen Sprachraum als Kampf oder Jagd auf die Talente widerspiegelte, wird zunehmend von einer umfassenderen Talent Management Strategie – "Care for Talents" – abgelöst, die sich nicht nur auf die 3-10%, die die "besten" MitarbeiterInnen, die High Potentials, ausmachen, konzentriert.
Talent Management beginnt bei einem erfolgreichen Recruiting. Entscheidend ist, ob sich ein Unternehmen erfolgreich als attraktiver Arbeitgeber positionieren und abheben kann und auch als solcher – intern und extern – wahrgenommen wird. Ein effektives Talent Management kann einerseits die gesuchten MitarbeiterInnen rekrutieren, andererseits unternehmensintern langfristig Talente entwickeln, fördern und binden.

Was Talente anzieht

Eine faire Vergütung ist zwar sehr wichtig, spielt aber nicht die Hauptrolle. Herausfordernde Aufgaben, hohe Eigenverantwortlichkeit und eine attraktive Karriereperspektive, die es ermöglicht, das individuelle Potenzial und die individuellen Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können, sind oft die entscheidenden Faktoren. Unternehmenskultur, Arbeitgeberattraktivität, Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeitregelungen, Entwicklungsmöglichkeiten, gutes Arbeitsklima und eine transparente Kommunikation mit der Unternehmensführung: Es sind vielfach auch die "Soft facts", die die Frage beantworten, ob talentierte MitarbeiterInnen an Bord eines Unternehmens gehen und bleiben.

Talente fördern und binden

Die Förderung von Talenten in Unternehmen umfasst verschiedene Entwicklungsmaßnahmen, wie z.B. die Übertragung von herausfordernden Aufgaben oder weiteren Aufgabenfeldern und Verantwortungsbereichen, Auslandseinsätze, Weiterbildungsund Trainingsangebote, Karriereberatung, Potenzialanalysen und Feedbackrunden.
Eine breit angelegte Talent-Strategie, die versucht, Talente auf allen Ebenen des Unternehmens zu erkennen, ihren Kompetenzen entsprechend einzusetzen und Offenheit, Lernfähigkeit, Flexibilität und Veränderungsbereitschaft zu fördern, hat die Chance, den gesamten Talent-Pool eines Unternehmens effektiv zu nutzen. Erfolgreiches Talent Management setzt daher an der Schnittstelle zwischen individuellem Talent und Unternehmensziel an.
Ob und in welcher Form Talent Management für ein Unternehmen von Interesse ist, hängt nicht nur von dessen Größe und Art, sondern auch in hohem Maße von den Typen der zu besetzenden Arbeitsplätze ab. "Vordefinierte" Arbeitsplätze bieten relativ wenig Entwicklungspotenzial, während sich "offene/dynamische" Arbeitsplätze mit den Kompetenzen der MitarbeiterInnen mitentwickeln. Dies setzt allerdings voraus, dass das Unternehmen kontinuierlich in die Weiterbildung und Weiterentwicklung seiner MitarbeiterInnen investiert. Es liegt auf der Hand, dass davon beide Seiten profitieren: Das Know-how, das sich die MitarbeiterInnen aneignen, fließt nicht nur in das Unternehmen zurück, sondern trägt langfristig auch zur Arbeitsplatzzufriedenheit bei.
Firmen, die ein erfolgreiches Talent Management betreiben, haben im viel zitierten "War for Talents" die Nase vorn und können ihre MitarbeiterInnen in der Regel länger halten. In der Praxis zeigt sich jedoch, das hier bei vielen Unternehmen noch Aufholbedarf besteht. Laut der globalen Langzeitstudie "Talent Edge 2020", die Deloitte gemeinsam mit Forbes Insight durchgeführt hat, gaben 65% der befragten MitarbeiterInnen größerer Unternehmen an, einen Jobwechsel zu erwägen. Neben Unzufriedenheit mit dem Gehalt, fehlender Arbeitsplatzsicherheit und mangelnder Führungsqualitäten führten die Befragten schlechte Karriereperspektiven und unzureichende Trainingsprogramme als Gründe für ihre Unzufriedenheit an. Dass jene 35%, die auch in Zukunft bei ihrem aktuellen Arbeitgeber bleiben wollen, die guten Talent-Programme des Unternehmens lobten, zeigt einmal mehr, dass ein professionelles Talent Management wesentlich zur Arbeitgeberattraktivität beiträgt.
Autor: red.