5 Bewerbungstipps für Jobsuchende mit Behinderung

Die Gruppe von Jobsuchenden mit Behinderung ist so unterschiedlich, da wird es zur großen Herausforderung allgemeine Ratschläge zu geben. Career Moves, die erste inklusive Online-Job-Plattform Europas, gibt 5 Bewerbungstipps aus Erfahrungen und den Beratungen von Unternehmen und Jobsuchenden mit Behinderung:

1. Zeig was du KANNST!

Wenn man selbst die eigenen Kompetenzen in den Vordergrund stellt, können das auch die Gesprächspartner in den Unternehmen. Der Behinderung sollte so viel Raum gegeben werden, wie nötig um dem Unternehmen zu zeigen, welche Auswirkungen und ganz besonders Nicht-Auswirkungen es auf den beruflichen Alltag hat.

2. Lass dich BERATEN!

Es gibt sehr viele unterschiedliche Behinderungen, daher gibt es auch viele unterschiedliche Beratungsstellen zum Thema Arbeit und Behinderung. Viele mögen sich jetzt vielleicht denken: So eine Unterstützung brauche ich nicht, wie schaut denn das aus, wenn mich da jemand zum Bewerbungsgespräch begleitet? Inwiefern die Beratungsstellen unterstützen, ist jedoch immer individuell.

Der Vorteil für die Jobsuchenden mit Behinderung liegt in der Expertise der BeraterInnen und oftmals auch an deren Netzwerken aus Unternehmen. Diese kostenlose Unterstützung sollte genutzt werden.

Wie finde ich die richtige Arbeitsassistenz für mich? Career Moves vernetzt zur richtigen Organisation, einfach eine Anfrage an das Service Center stellen. Überblick über alle österreichischen Arbeitsassistenzen könnt ihr euch unter www.neba.at verschaffen.
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3. Entscheide bewusst wie, wann und ob du über deine Behinderung SPRICHST!

Ob die Behinderung im Bewerbungsschreiben thematisiert werden soll oder nicht, wird kontrovers diskutiert. Viele BeraterInnen tendieren eher dazu, davon abzuraten.

Bei Stellenanzeigen, die ihr über die Career Moves Jobsuche gefunden habt, handelt es sich um Unternehmen die explizit offen für BewerberInnen mit Behinderung sind. Es mag überraschen, aber Career Moves bekommt oft die enttäuschte Rückmeldung von hochmotivierten Unternehmen, dass sie zu wenige Bewerbungen von Menschen mit Behinderung erhalten.

Career Moves rät dazu, in der Bewerbung die Behinderung unspezifisch zu erwähnen. Dadurch bedeutet die Erwähnung der eigenen Behinderung durchaus einen Vorteil im Auswahlverfahren.

Beispielsatz für die Bewerbung: "Ihre Stellenanzeige habe ich über die Jobplattform Career Moves gefunden und gehöre der von Ihnen angesprochenen Zielgruppe der Jobsuchenden mit Behinderung an."
Kommt dann der ersehnte Anruf und die Zusage für ein Bewerbungsgespräch, sollte bei Bedarf die Barrierefreiheit abgeklärt werden. Dadurch wird einem selbst und der Ansprechperson im Unternehmen die Chance für eine respektvolle und angenehme Gesprächssituation gegeben.

4. Sei dein eigener EXPERTE / deine eigene EXPERTIN!

Es gibt die unterschiedlichsten Behinderungen. Das Gegenüber im Bewerbungsgespräch ist mit Sicherheit nicht der/die ExpertIn für dieses Thema. Daher liegt es am Bewerber und an der Bewerberin das Expertenwissen über ihre Behinderung und die alltags- und berufsspezifischen Zusammenhänge darzustellen.

Ein Beispiel dafür: Ein zukünftiger Vorgesetzter glaubt, jemand mit einer Höreinschränkung könne nicht gut in einem Sekretariat eingesetzt werden, da damit ja das Telefonieren nicht gut möglich sei. Als BewerberIn muss man hier proaktiv erklären, dass es technisch beispielsweise die Möglichkeit einer Induktionsschleife gibt.

Als Experte oder Expertin für das eigene Leben und die eigenen Kompetenzen wird Unwissenheit und Vorurteilen selbstbewusst und vorbereitet begegnet. Dadurch überzeugen Jobsuchende ihr zukünftiges Unternehmen von Ihren Stärken.

5. KENN dich AUS!

In Österreich gibt es das Behinderteneinstellungsgesetz zur Integration von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt. Der von uns durchgeführte Chancenbarometer hat jedoch gezeigt, viele Unternehmen sind darüber nicht genug informiert.

Es gibt auch viele Förderungen und Unterstützungsleistungen für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen.

Detailinformationen dazu bietet die Website www.arbeitundbehinderung.at.

Für Unternehmen ist es natürlich attraktiv, das Behinderteneinstellungsgesetz zu erfüllen und auch von Förderungen zu profitieren. Das kann auch ein gutes Argument für den oder die BewerberIn mit Behinderung sein. Durch Unterstützungsleistungen, Steuererleichtungen etc. wird ein behinderungsbedingter Mehraufwand ausgeglichen. Damit nimmt man Unternehmen eine Angst ihrerseits.

Selber als BewerberIn darüber gut informiert zu sein, ist ein Vorteil, den man nicht vergeben sollte. Man kann Fragen und mitunter auch Fehlinformationen kompetent begegnen.
Wir wünschen allen viel Erfolg beim Suchen und Finden des eigenen Traumjobs! www.careermoves.at/jobsuche
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In Kooperation mit Career Moves
Autor: red.